JUMIEGES

 

 

Die Geschichte von Jumièges beginnt mit dem Jahre 654, als der heilige Philibert diese Abtei am Ufer der Seine gründete. Bis zur Mitte des 2. Jahrhunderts erstreckt sich ihre erste Blütezeit. Im Jahre 841 fuhren die Wikinger in ihren Drachenbooten die Seine aufwärts, plünderten Jumièges und steckten Rouen in Brand. In den Jahren 845 und 851 tauchten sie erneut auf.

Die Mönche flüchteten vor diesen wiederholten Streifzügen; die meisten suchten in Nordfrankreich Zuflucht, andere zogen sich in die Abtei Saint-Denis nördlich von Paris zurück.

75 Jahre lang gab es kein religiöses Leben mehr in Jumièges. Gegen 930 unterstützte Wilhelm Langschwert, Sohn Rollos, Herzog der Normandie, die Mönche beim Wiederaufbau der Kirche Saint- Pierre.

Nach dem kurzen Zwischenspiel Wilhelm von Volpiano Im Jahre 1004 kam die Abtei zu neuem Wohlstand, man begann jetzt mit dem Wiederaufbau der Kirche Notre-Dame.

Die Arbeiten wurden im Winter des Jahres 1066 beendet, und man enwartete nur noch die Rückkehr Wilhelm des Eroberers, um sie einzuweihen.

Nun konnte die Abtei zwei Jahrhunderte lang ein normales religiöses Leben führen. Danach begannen die Bedrängnisse des hundertjährigen Krieges mit England. Erst mit der Befreiung der Normandie fand sie wieder zum klösterlichen Leben zurück.

Nach den Wirren der Religionskriege im Jahre 1562-1598 erlebte die Abtei eine neue Blütezeit, dank den Benediktinern der Kongregation von St. Maurus.

Doch schon mit Beginn der französischen Revolution wurde das Kloster erneut entvölkert, zerrüttet durch den Skeptizismus des 17.Jahrhunderts und verarmt durch die schlechte Verwaltung der weltlichen Äbte. Das Kloster zerfiel nun, 1791 wurden die letzten sechzehn Mönche vertrieben; das religiöse Leben war für immer tot.

1795 wurden die Gebäude verkauft. Der Besitzer verkaufte die Einrichtung - Kirchenfenster und Statuen -weiter.

Man brach die Klostergebäude ab und verkaufte die Steine, die fortan zum Neubau von Häusern in Jumieges und in Rouen dienten - 1802 verkaufte ein neuer Besitzer die restlichen Steine; noch am gleichen Tage wurden das Gewölbe und drei Mauern des Vierungsturmes über dem Querschiff gesprengt. Doch die Steine liessen sich schlecht verkaufen, man stellte den Abbruch ein.

Schliesslich kaufte im Jahre 1853 die Familie LepelCointet die Ruinen.

Heute ist die Abtei Eigenrum des französischen Staates.

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